Freunde der Uckermark e.V.

Ferdinand von Hohenzollern gründete 2008 mit Gleichgesinnten, die ein der Uckermark ein Anwesen besitzen, den Verein „Freunde der Uckermark“ und organisierte mit ihnen im gleichen Jahr das erste Kulturfestival. Der Berliner Architekt ist wie u.a. der Musiker Thomas Fehlmann und Techno-Veteran Dimitri Hegemann daran interessiert die Uckermark kulturell zu beleben.

Laut dem Deutschen Grundstücksnutzerverband werden rund 200 000 Höfe, Gutshäuser und Datschen in Brandenburg zurzeit für Wochenendzwecke genutzt. Ein Großteil davon seien allerdings Datschen, jene Häuschen, die schon vor der Wende auf sogenannten Erholungsgrundstücken standen, so Verbandssprecherin Kerstin Große. Dass zunehmend Berliner das Brandenburger Umland für einen Zweitsitz entdecken, sei für Brandenburg positiv. „Nach unseren Erfahrungen profitieren vor allem die Handwerker und kleinen Einzelhändler von den Wochenendnutzern, die auch oft den Urlaub in ihren Häusern verbringen.“

Doch wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, kommt immer seltener ein echter Einheimischer vorbei. Denn die Uckermark verliert trotz der Zuzügler Bewohner. In einer neuen Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung präsentiert sie sich mit ihren rund 150 000 Einwohnern als demografisches Notstandsgebiet. Schon 1995 betrug die Bevölkerungsdichte nur 54 Einwohner pro Quadratkilometer. Damit gehörte die Uckermark schon damals zu den am dünnsten besiedelten Gebieten des Landes Brandenburg. Und dieser Negativtrend setzte sich weiter fort, sodass die Bevölkerungsdichte 2002 sogar auf 52 Einwohner pro Quadratkilometer sank. „Seit 1990 sind 13 Prozent der Bevölkerung in die Großstädte abgewandert, bis 2020 werden es wohl noch einmal 15 Prozent mehr werden“, schätzt Reiner Klingholz, Direktor des Berlin-Instituts. Der „typische“ Abwanderer sei „jung, qualifiziert und weiblich“, so der Demograf. Diese Tatsache werde den Abwärtstrend wohl noch weiter beschleunigen, „denn ohne Frauen wird es hier auch keine Familien geben“. Die Zuwanderung der Großstädter oder „Raumpioniere“, wie er auch die hinzuziehenden Kreativen nennt, begrüßt Klingholz dagegen, „die können auf Dauer so eine Region auch für Einheimische wieder attraktiver machen“.

Das Verhältnis zwischen den „echten Uckermärkern“ und den zumeist Berliner „Wochenend-Uckermärkern“ zu intensivieren und einen für die Gegend fruchtbaren Dialog mittels Kultur zu initiieren ist vornehmliche Aufgabe des Vereins Freunde der Uckermark.

Stefka Ammon und Zitate aus dem Artikel:
http://www.welt.de/wams_print/article2473210/Kuenstler-entdecken-die-Uckermark.html